Ponke Urban

36. Amateurtheater Tagung in Aichach

Aichach (gmp) | 68 Mitglieder von 25 Theatergruppen aus dem Landkreis waren der Einladung von Kreisheimatpfleger und Amateurtheater-Berater Michael Schmidberger ins Landratsamt gefolgt. Das Interesse an der 36. Amateurtheater-Tagung war wieder einmal sehr groß.

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Verdiente Theaterleute wurden mit der Theater-Verdienstmedaille des Landkreises ausgezeichnet. Von links Michael Schmidberger, Theo Hell, Josef Huber, Franz Treffler, Landrat Dr. Klaus Metzger. Foto: gmp

Verdiente Theaterleute wurden mit der Theater-Verdienstmedaille des Landkreises ausgezeichnet. Von links Michael Schmidberger, Theo Hell, Josef Huber, Franz Treffler, Landrat Dr. Klaus Metzger. Foto: gmp

Der Hausherr, Landrat Dr. Klaus Metzger lobte das ehrenamtliche Engagement der Theaterleute und bedankte sich für die vielen Einladungen, von denen er im vergangenen Jahr sieben annehmen konnte. „Jetzt wird es ernst!“, sagte Metzger und wiederholte sein Anliegen, dass sich die Theatervereine am Rahmenprogramm der Landesausstellung 2020 mit eigenen Inszenierungen beteiligen. Die Theaterstücke sollten nah am Thema „Wittelsbacher“ sein. „Das wäre eine gute Werbung und ein Zeugnis, was wir alles leisten. Der Kontaktmann ist Wolfgang Müller im Landratsamt.
 
„Der Landkreis erlebte 2018 ein herausragendes Theaterjahr. Zu verdanken hat er dies den fleißigen Theatervereinen, die sowohl hinsichtlich der Qualität als auch der Quantität eindrucksvolle Ergebnisse aufweisen können.“ Mit diesen Worten begann Schmidberger seinen Jahresbericht. Zu verdanken sei dies aber auch Einzelpersonen, die mit ihrer Kreativität besonders gelungene dramaturgische Vorlagen und Inszenierungen lieferten. Besondere Ereignisse unter Mitwirkung der Theatervereine seien die Mittelalterlichen Markttage zu Aichach, die Eröffnung des Wittelsbacher Schlosses in Friedberg und das im Dreijahresturnus spielende Freilichttheater in Schiltberg gewesen.
 
Schmidberger legte wieder einmal eine äußerst positive Jahresbilanz vor. Von 36 Bühnen waren 33 theateraktiv. Weil gleich fünf von ihnen zwei Spielzeiten bestritten, ergibt sich eine Summe von 38 Produktionen. Die bedeute eine leichte Steigerung zum Vorjahr. Allen Verantwortlichen, Regisseuren, Darstellern und hinter der Bühne Mitwirkenden zollte Schmidberger Respekt für ihren Einsatz und ihre Leistung.
 
Die Liste der meistgespielten Autoren führte 2018 wie seit Jahren Ralph Wallner mit drei Dreiaktern an. Gebenhofen-Anwalting spielte „Schmugglerbazi“, Merching „Deifi Sparifankerl“ und Reicherstein „Bodschamperlspuk“. Den zweiten Platz teilen sich Peter Landstorfer und Bernd Gombold. Landstorfers Stücke „Der bezahlte Urlaub“ und „Der kahle Krempling“ führten Eurasburg und Kühbach auf, Gombolds Stücke „Die Gedächtnislücke“ und „Das Damenduell“ Alsmoos-Petersdorf und Stotzard. Auf den dritten Platz kamen mit jeweils einem Dreiakter unter anderem Markus Scheble und Sebastian Kolb. Diese bekannten Autoren seien eine Erfolgsgarantie für die Amateurbühnen, sagte Schmidberger. Ebenso anerkennenswert sei die Suche nach guten, aber noch weniger bekannten Autoren und der damit entfachte frische Wind für die Theaterkultur im Landkreis. Darum hätten sich Hofhegnenberg mit Willy Stock, Inchenhofen mit Ernst Koch, Steindorf mit Marianne Santl, Rehling mit Toni Lauerer und Almarausch Mering mit Lukas Bühler erfolgreich bemüht.
 
Ebenso kam auch im vergangenen Jahr das klassische Literaturtheater auf die Bühnen: „Die Nibelungen“, „Brandner Kaspar“, „Das Tagebuch der Anne Frank“, „Herr Bello“, „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Der zerbrochene Krug“ und „Robin Hood“. Im Wittelsbacher Land dominiere die heitere Muse ganz klar den Spielplan, so Schmidberger. Er bedankte sich für die zahlreichen Einladungen zu den Aufführungen, von denen er zwölf tatsächlich besuchte.
 
Theater-Verdienstmedaille für Theo Hell, Josef Huber und Franz Treffler
Auf der diesjährigen Amateurtheatertagung wurden wieder verdiente Theaterleute mit der Theater-Verdienstmedaille des Landkreises ausgezeichnet:
 
Theo Hell
Vor 36 Jahren war Theo Hell Gründungsmitglied der Theaterfreunde Wittelsbach und fast 20 Jahre lang zweiter Vorsitzender. Seither steht er in jeder abendfüllenden Inszenierung als Schauspieler auf der Bühne, war lange für den Entwurf des Programms zuständig und im Team für die Stückauswahl und für den Bühnenbau
tätig. Schauspielerisch begann er als Liebhaber in der Komödie „Gaudi im Heu“. Der Liebhaber blieb ihm, bis er nach sieben Jahren zuerst einen honorigen Pfarrer, dann einen Gemeinderat darstellte. Ab 1993 übernahm er dann die Hauptrollen.
 
Josef Huber
Josef Huber trat dem Hofberg-Freilichttheater-Verein Schiltberg vor 31 Jahren als förderndes Mitglied bei. Nach dem Millennium wurde er aktiv und trat mit Rechen und Schaufel zu Bühnenpflegemaßnahmen und sonstigen Arbeitsdiensten an. Im Januar 2008 wurde er in den Beirat gewählt. Zahlreiche Funktionen kamen hinzu: Unter anderem Mitwirkung im Stückfindungsteam, bei Programmheften, Fahnenbegleiter, Gastgeber bei Besuchen der Partnergemeinde Schwertberg, Filmen und Fotografieren. Seit 13 Jahren wirkt er im Ensemble mit. Für eine Rolle musste er sogar das Degenfechten lernen.
 
Franz Treffler
Mit 15 Jahren begann Franz Treffler 1983 seine aktive Zeit als Souffleur bei der Dorfbühne Laimering. Danach wurde er Beisitzer und damit in die Organisation der Theatersaison eingebunden. Danach wurde er Bühnenbauer und Spediteur der Dorfbühne und Requisiteur. Seit 10 Jahren dient seine Halle als Aufführungsort für die „Junge Dorfbühne Laimering“. Seit 25 Jahren wird auf seinem Hof das traditionelle Sommerfest gefeiert. Als Schauspieler wirkte er in 22 Inszenierungen an 137 Aufführungen mit.


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