Ponke Urban

Frauenempfang der SPD in Aichach

Bilder
Angeleitet von den beiden Schauspielerinnen Kerstin Becke und Daniela Nering sangen die Teilnehmer die „Nationalhymne der Frauen“. Daruntr auch die schwäbischen Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr, Harald Güller, Ilona Deckwerth und Herbert Woerlein, die den Frauenempfang organisiert hatten.Foto: drxp

Angeleitet von den beiden Schauspielerinnen Kerstin Becke und Daniela Nering sangen die Teilnehmer die „Nationalhymne der Frauen“. Daruntr auch die schwäbischen Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr, Harald Güller, Ilona Deckwerth und Herbert Woerlein, die den Frauenempfang organisiert hatten.Foto: drxp

Aichach (drxp) | Witzig, ernsthaft und kritisch waren die Beiträge auf dem Frauenempfang der schwäbischen Landtagsabgeordneten der SPD in Aichach. Eine „Nationalhymne für Frauen“ wurde ebenso vorgestellt wie eine „gendergerechte“ Bayernhymne. Alles nicht ganz ernst gemeint, aber doch mit einem ernsten Hintergrund. Die Landtagsabgeordneten feierten mit dem Empfang 100 Jahre Frauenwahlrecht. Vieles sei schon passiert, aber immer noch nicht alle Ziele erreicht, war der Tenor der Reden.
An die vielen zeitkritischen Texte, die sie als junge Frau während der 1980er Jahr las, konnte sich Veronika Günther aus Friedberg, eine der Besucherinnen auf dem Empfang, noch gut erinnern. „Es hat sich viel getan seitdem.“ In ihrem Beruf im sozialen Bereich erlebe sie aber noch immer, dass Frauen von ihren Männern unter Druck gesetzt werden. Frauenverbände wie die Hebammen des Bezirks Augsburg, das Frauenhaus der Arbeiterwohlfahrt oder die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) Aichach stellten ihre Arbeit vor. Auch die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Aichach war mit einem Stand vertreten. Marion Anderl ist eine von etwa sieben aktiven Frauen in der FFW Aichach. Zusammen mit ihrer Kollegin Mirjam Echsler präsentierte sie die Wehr an einem Stand. Beide wollen darauf aufmerksam machen, dass die Feuerwehr keine Männerdomäne mehr ist. Bei den Einsätzen gebe es viele verschiedene Aufgaben, die auch Frauen gut bewältigen können, sagte Anderl.
Frauen standen im Mittelpunkt. Zum Beispiel bei der literarischen Collage, die die beiden Schauspielerinnen Kerstin Becke und Daniela Nehring präsentierten. Die beiden unternahmen einen Streifzug durch die Frauenbewegung und entwarfen dabei verschiedene Bilder und Rollen der Frau von heute. Künstlerisch hatte sich Monika Mendat damit auseinandergesetzt. In ihrer Ausstellung zeigte sie verschiedene Ansichten von Frauen.
Neben einer „Nationalhymne für Frauen“, basierend auf dem Deutschlandlied, gab es auch eine spezielle Variante des Bayernliedes zu hören. Diese „Bayernhymne im Sinne der Frauen“ solle ein Denkanstoß sein, dass man nach 100 Jahren Frauenwahlrecht noch ein bisschen was ändern könne, sagte Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr.
Sie erinnerte in ihrer Rede daran, dass Frauen zum Beispiel noch bis 1977 ihren Mann fragen mussten, bevor sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben durften. Nach wie vor hapere es unter anderem bei der Rente oder dem Lohn an der Gleichbehandlung von Frauen und Männern kritisierte sie. „Viele Frauen leben im Alter in Armut“, befürchtete Strohmayr.
Bürgermeister Klaus Habermann hatte für seine Rede einen launigen Ansatz gewählt. Er greife auf seinen Erfahrungsschatz aus 22 Jahren Amtszeit zurück, sagte er. Gefühlt mindestens 75 Prozent beträgt danach der Frauenanteil in der Stadtverwaltung „Und es funktioniert sehr gut“, sagte Habermann.
Alle Grundschulen der Stadt werden von Frauen geleitet. Kein gutes Signal fand der Bürgermeister, dass es kaum männliche Lehrkräfte gebe. Auch die hohe Prozentzahl weiblicher Pflegekräfte im Heilig-Geist-Spital war für ihn Ausdruck von Status und Bezahlung im Pflegeberuf.
Ernste Töne schlug er beim Thema Kinderbetreuung an: „Der Rechtsanspruch stellt uns vor große Herausforderungen.“ Vor allem Personal sei „schlechterdings kaum mehr zu generieren“. An die Politik wandte er sich zum Punkt „kostenfreie Kita-Plätze“. Ein Ansatz, den Habermann unterstützt. Aber die Politiker sollten sagen, dass diese Plätze über höhere Steuern oder das Streichen von Kindergeld bezahlt werden, forderte er.


Weitere Nachrichten aus Aichach

Dank und Anerkennung zum Tag der Ehrenamtlichen „Ein Dank auf der Bank - Ehrenamt nimmt Platz“

18.12.2018
Aichach (oh) | Zum „Internationalen Tag der Ehrenamtlichen“ haben 25 Freiwilligen-Agenturen, Freiwilligen-Zentren und Koordinierungszentren Bürgerschaftliches Engagements (kurz: FA, FZ, KoBE) in Bayern mit einer gemeinsamen dezentralen Aktion Freiwilligen gedankt,...
Das Leben von Lorenz Aloys Gerhauser durchleuchtete ein sechsköpfiges Autorenteam für eine neue Broschüre: (von links) Franz Friedl, Horst Lechner, Justina Bayer, Konrad Cremer, Christoph Lang (Leiter des Stadtmuseums), Birgit Cischek, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, und Bürgermeister Klaus Habermann. Autor Gottfried Hecht fehlt auf dem Bild. Foto: drxp

Neue Broschüre über Lorenz Aloys Gerhauser

11.12.2018
Aichach (drxp) | Er ist eine der herausragenden Persönlichkeiten der Aichacher Stadtgeschichte. Lorenz Aloys Gerhauser war Inhaber der größten Brauereigaststätte und hatte als Bürgermeister und in zahlreichen anderen öffentlichen Ämtern großen Einfluss auf das...
Marie Messerer (1. Platz) überzeugte mit ihrem Gemälde die Jury. Foto: oh

Kinder malen „Umwelt“ Preisvergabe

04.12.2018
Aichach (oh) | Einen Kinder-Malwettbewerb zum Thema „Umwelt“ veranstaltete die Kommunale Abfallwirtschaft des Landkreises zur Eröffnung der neuen Wertstoffsammelstelle in Dasing. Nun wurden die Preise vergeben.
Galerie
Willkommen auf dem Aichacher Christkindlmarkt. Foto: oh

Aichacher Christkindlmarkt und Rathausadventskalender vom 30. November bis zum 23. Dezember

28.11.2018
Aichach (oh) | Wenn es auf dem Aichacher Stadtplatz verführerisch nach Glühwein, Punsch, Bratwurstsemmel und Honiglebkuchen duftet, dann ist wieder Advents- und Christkindlmarkt-Zeit. In den 31 Hütten rund um das historische Rathaus in Aichach werden nicht nur...
Veranstalter und Referenten von links nach rechts: Petra Schlehhuber (BRK), Peter Fröschl (Landratsamt), Gertrud Manlik-Thierauf (Landratsamt), Christina Rybka-Doll (Caritas), Simone Hiltner (BRK), Elena Peter (Caritas), Josefine Miesl (Amtsgericht), Birgit Förch (Landratsamt) Foto: oh

Rechtliche Betreuung

27.11.2018
Aichach (oh) | Wer durch Krankheit oder Unfall seine erforderlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann, benötigt einen gesetzlichen Vertreter. Ein automatisches Vertretungsrecht der Angehörigen gibt es nicht. Sollte man in gesunden Tagen nicht selbst...