Ponke Urban
| Aichach - Aktuell

Grubet Walderlebnispfad

Nicht nur für Kinder ein Elebnis. Die großen Flügel des Pfauenauges sind schon von Weitem zu sehen. Es sieht aus, als ob sich ein Riesenschmetterling am Hügel niedergelassen hätte. Direkt neben einer Blumenwiese. Der Schmetterling mit den beweglichen Flügeln ist eine der neuen Stationen des Walderlebnispfades am Grubet bei Algertshausen (Aichach).

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Aichach (drxp) | Die großen Flügel des Pfauenauges sind schon von Weitem zu sehen. Es sieht aus, als ob sich ein Riesenschmetterling am Hügel niedergelassen hätte. Direkt neben einer Blumenwiese. Der Schmetterling mit den beweglichen Flügeln ist eine der neuen Stationen des Walderlebnispfades am Grubet bei Algertshausen (Aichach). Beim Tornado im Mai 2015 war ein Großteil der Stationen zerstört worden.
Zum erneuerten Konzept gehören nun 24 Stationen des Walderlebnispfads und weitere sechs auf dem archäologischen Freigelände. Ein genauer Eröffnungstermin steht noch nicht fest, wie Helmut Baumann vom Bauamt der Stadt Aichach erklärt. Etwa Mitte Mai soll alles fertig sein. Baumann geht davon aus, dass es dann einen kleineren Festakt geben könnte. Bis dahin wird der Bauhof noch die Wege herrichten, die dann rollstuhlgerecht sein sollen. „Wir waren uns einig, dass wir es schön machen wollten“, erzählt Baumann.
Es steckt aber nicht nur viel Mühe und Arbeit in dem Projekt. Die Stadt Aichach hat 101 000 Euro in die Weiterentwicklung und Sanierung des Walderlebnispfads gesteckt und weitere 6500 Euro in die Stationen auf dem archäologischen Freigelände.
Das Freigelände hinter dem Infopavillon am Grubethaus erinnert an die Geschichte der einstigen Eisenproduktion am Grubet. Einschließlich Rennofen für Verhüttungsversuche, Schachtnachbau und einem frühmittelalterlichen Garten. Das Gelände ist nach den Erkenntnissen des Archäologen Martin Straßburger und seinen Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München gestaltet. Sie forschten mehrere Jahre lang im Grubet, das eine mittelalterliche Hochburg des Erzbergbaus war. Die Ergebnisse sind nun auf neuen Schildern nachzuvollziehen. Neu sind auch die Schmetterlingsstation oder die Wildblumenwiese. Außerdem gibt es jetzt einen Stelzenlauf und Infotafeln zum Rotwild, es geht um die Baumarten Fichte und Kiefer und um die Aufforstung durch Ahornbäume. Auch die Vögel des Waldes haben einen eigenen Halt am Rundweg.
Wie Helmut Baumann berichtet, wurden die klingenden Hölzer neu konzipiert. Wie viel Kraft der Wind hat, können Besucher jetzt sogar an einer interaktiven Tornado-Station selbst ausprobieren. Je mehr Wind weht, desto mehr neigt sich der Baum auf der Tafel. Was hier ein interessantes Spiel ist, war vor rund drei Jahren Wirklichkeit.
Damals fegte der Tornado über Teile des Wittelsbacher Landes und zerlegte allein im Umfeld des Vereinsgeländes der Grubetfreunde an die 10 000 Kubikmeter Holz. Ein einzelner geknickter Baum steht noch heute wie ein Mahnmal an dem rund zweieinhalb Kilometer langen Rundweg als Zeuge der Zerstörung. Auch das Grubethaus war nach dem Tornado schwer beschädigt. Ein Baum war damals auf das Gebäude gestürzt. Der Dachstuhl musste komplett erneuert werden. Auch das Bettenlager im Dachausbau war in Mitleidenschaft gezogen. In tausenden Arbeitsstunden richtete der rund 700 Mitglieder zählende Verein das Haus und das Vereinsgelände wieder her.
Rund 10 000 Besucher waren bis zu dem schweren Sturm jedes Jahr in dem Natur-Klassenzimmer am Grubet unterwegs gewesen. Sie konnten sich an den 15 Stationen entlang des Weges mit Tieren im Weitsprung messen, das Alter von Bäumen schätzen, Holzarten erkennen oder Rotwild aus nächster Nähe beobachten. Wer mit seiner Klasse oder Gruppe eine Führung durch das Gelände wünscht, setzt sich am besten mit den Grubetfreunden oder mit der Stadt Aichach in Verbindung, rät das Bauamt. Grundsätzlich kann jeder jederzeit über den Waldlehrpfad spazieren.


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