Ponke Urban

Das Wittelsbacher Land erleben

Aichach (drxp) | Eine Premiere wie diese gab es wahrscheinlich noch nie im Aichacher Kino Cineplex. Der Bayerische Rundfunk (BR) zeigte dort am Donnerstag seinen Beitrag „Das Wittelsbacher Land erleben“ vor der offiziellen Erstausstrahlung im Fernsehen am Montag, 4. Februar. Unter den Zuschauern waren Bürgermeister verschiedener Gemeinden, Kreisräte, Vertreter von Vereinen und Mitwirkende des Films. Auch das BR-Filmteam selbst war zur Premiere gekommen.

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BR-Filmteam selbst war zur Premiere gekommen
 
Ein geheimes Depot im Friedberger Schloss sehen oder erfahren, was ein „Ur-Kaugummi“ ist. Das sind zwei der vielen Sequenzen, die das BR-Team während seines zehntägigen Drehs im Wittelsbacher Land aufnahm. „Wer sich auf die Natur und die Geschichte einlässt, kann viel erleben“, sagt die Sprecherin gleich am Anfang des Films über das Wittelsbacher Land.
 
Wie viele Stunden an Drehmaterial sie am Schluss zusammengebracht hatten, konnte Anette Orth, Autorin des BR-Films, gar nicht mehr sagen. Zusammen mit Michael Zehetmair, dem Leiter der Kulturredaktion, Kameramann Wolfgang Seis und Gabi Kröber vom Schnitt war sie zur Premiere ins Aichacher Kino gekommen. Ein paar Fakten hatte das Team für die Zuschauer: Zehn Tage dauerte es, alles zu einem 45-minütigen Film zusammenzuschneiden. Zwei Tage arbeitete das Team am Ton und einen Tag dauerte es, bis die Texte der Sprecherin aufgenommen waren.
 
Das Filmteam besuchte unter anderem Familie Schadl aus Kühnhausen bei Schiltberg, die von ihren Rindern erzählen. Viele Vertreter aus dem Wittelsbacher Land kommen in dem Film zu Wort. Angela Rieblinger vom Landschaftspflegeverband nimmt die Zuschauer mit in die Kissinger Heide, Franziskus Freiherr von Gumppenberg führt durch das Pöttmeser Schloss und Pater Bonifatius Heidel erzählt, wie der Birnbaum in die Sielenbacher Wallfahrtskirche kam.
 
Eine wichtige Rolle hat die Aichacher Musicaldarstellerin Janina Maria Schmaus. Sie führt durch den Film, besucht unter anderem das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach (Stadt Aichach), blickt hinter die Kulissen des Multum in Parvo Opernhauses in Mering oder lässt sich von Alice Arnold-Becker, der Leiterin des Friedberger Schlossmuseums, kostbare Uhren zeigen. Schmaus über ihre Erfahrung: „Ich habe die Heimat aus einem ganz anderen Blickwinkel gesehen.“
 
Ganz andere Blickwinkel erlebt auch der Zuschauer, wenn die Kamera zum Beispiel einen Blick auf Pöttmes von oben zeigt - aufgenommen mit einer Drohne. Oder am ungewöhnlichen Kuppeldach der Sielenbacher Wallfahrtskirche entlang nach unten fährt. Auch Nahaufnahmen vom Heiligen Leonhard im Altar der Inchenhofener Kirche sind zu sehen. Vielfalt ist die Stärke des Wittelsbacher Landes – so die Botschaft des Films.
 
Wie aber kam der Bayerische Rundfunk auf die Idee, einen Film über das Wittelsbacher Land zu drehen? Das verrät Redaktionsleiter Zehetmair. Der bekam bei Spaziergängen in Pöttmes und Eurasburg einen ersten Eindruck vom Landkreis. Deshalb reagierte er auch aufgeschlossen auf den Vorschlag von Autorin Orth. Ihr war das Wittelsbacher Land bei Zugfahrten aufgefallen und sie fand: „Da müssen wir mal einen Film machen.“
 
Das Team setzte sich mit Landrat Klaus Metzger in Verbindung, arbeitete sich durch das Buch über den Landkreis und hatte schließlich ein Konzept. „Der Rest ist Routine“, so Zehetmair. Sie hätten „ein bisschen gedreht und geschnitten“. Mit einem Schmunzeln ergänzt er: „Was man halt so macht und irgendwann ist der Film fertig.“
 
Er sei ein „sehr gelungenes und kurzweiliges Werk“, lobte Kinoleiter Michael Riedlberger. Für Landrat Metzger hätte der Film auch zehn Mal so lang sein können. Er wettete, dass eine halbe Million Zuschauer den Beitrag am Montag sehen werden.
 
Film Die Heimatdokumentation „Das Wittelsbacher Land“ wird im Bayerischen Fernsehen am Sonntag, 10. Februar, um 12 Uhr ausgestrahlt.

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