Ponke Urban

Narrensitzung in Griesbeckerzell der Faschingsgesellschaft Zell ohne See

Aichach-Griesbeckerzell (drxp) | Donald Trump ist schon Stammgast bei den Zellern. Bei der ersten von insgesamt sieben Narrensitzungen der Faschingsgesellschaft Zell ohne See kommen auch die britische Premierministerin Theresa May und Kim Yong Un aus Nordkorea in die ausverkaufte Faschingshalle in Griesbeckerzell (Stadt Aichach). Zum Jubiläum, den Verein gibt es seit 60 Jahren, haben sich die Zeller einige Überraschungen ausgedacht.

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„Sakrisch viel geübt“, um eine atemberaubende Show zu bieten, hätten alle Beteiligten, erzählt Sitzungspräsident Tobias Buchner. Sein Markenzeichen, die große Glocke, schwingt er energisch, um auf immer neue Höhepunkte während der mehrstündigen Sitzung hinzuweisen. Die Stimmungsraketen zünden sich von selbst und mehrmals fordert das Publikum Zugaben.
 
Wie üblich, sparen die Zeller bei ihren Sitzungen auch nicht mit Anspielungen auf die Politik. Quasi zum „Warmlaufen“ erzählte Gerd Langer, dass man früher schwarze Schafe nach Amerika geschickt hätte. „Unsere Politiker waren schon alle drüben“, sagt er und fragt Bürgermeister Klaus Habermann: „Waren Sie auch schon dort?“. Der Rathaus-Chef lacht und verneint. Es wird nicht die einzige Anspielung bleiben, die er zu hören bekommt.
 
In der Zeller Polizeizentrale „Schindbach 60“ haben die Beamten (Ludwig Sturm, Max Kopp, Stefan Kopp, Ben Hindelang, Patrick Stief, Oliver Stief) heuer schon 100 Verstöße wegen Handy am Steuer registriert. „Dabei funktioniert der Mast noch nicht mal.“ Damit die Polizei nicht so viel Arbeit damit habe, solle Habermann den doch abbauen, schlagen die Beamten vor. Verstärkt wird die Wache von einem Beamten der Wasserschutzpolizei (Michael Kopp). Denn wenn der Kulturgraben ausgebaut ist und die ersten Containerschiffe anlegen, dann kommen von Sulzbach bestimmt auch bald die ersten Piraten, sind sich die Polizisten sicher. Bis es so weit ist, macht der Beamte vom Schlauchboot im Hieslinger Weiher aus Geschwindigkeitskontrollen.
 
Das Zeller Funkloch hat sich bis in die internationale Politik herumgesprochen. Auch Donald Trump (Wolfgang Kopp), Theresa May (Patrifk Stief) und sogar Kim Yong Un (Daniela Stief) wissen davon. Und sie wissen, woran es liegt: „Ein Arbeiter der Stadt hat das Loch ausgeschaufelt, ein zweiter es wieder zugeschaufelt.“ Nur der dritte, der das Kabel anschließen sollte, war krank. Auch zur nicht eröffneten Geburtshilfestation im Kreiskrankenhaus haben die drei eine eigene Theorie. „Das war doch von langer Hand geplant, damit daraus ein OP-Saal wird.“ Die Lösung für den fehlenden Kreißsaal: „Babys werden jetzt vom Storch gebracht.“
 
Obwohl der Kulturgraben noch nicht fertig ist, schafft ein Schiff es trotzdem, dort anzulegen. Und es hat hohen Besuch mit gebracht: Die Queen von England (Klaus Stief) und „Philipp der Bruchpilot“ (Ludwig Beck) sind zum Gratulieren zu „Zell without sea“, also Zell ohne See, gekommen.
 
Eine Zugabe wollen die Zuschauer nicht nur von den hohen Staatsgästen. Auch die Zeller Sportschwimmer (Kevin Schlittenlacher, Julian Betzmeier, Michael Kopp, Ben Hindeland, Alex Korntheur) begeistern mit ihrem Synchronschwimmen im „Hielsinger Weiha“. Besonders der tollkühne Sprung ins kühle Nass kam beim Publikum gut an. Und auch vom Auftritt der Showtanzgruppe „Modern Africans“, die als Überraschungsgast den Nigerianer Osawaru Osazee mitbringen, will das Publikum mehr sehen.
 
Premiere hat an diesem Abend die Zeller Narrenzeitung. 27.000 Exemplare hat der Verein davon drucken lassen. Auf rund 70 Seiten geht es um 60 Jahre Zell und 44 Jahre Narrensitzung. Mitte Februar würde die Festzeitung in den Zeller Haushalten verteilt werden, kündigte Präsident Norbert Bachmann an.