Marcel Eberhardinger

Unerfüllte Urlaubswünsche im Agrarhotel entzücken die Zuschauer

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Nach einem Ausflug bemängeln die Döttelhoffs bei Theres Herberger die in ihren Augen sehr beschwerliche Wandertour Foto: oh

Nach einem Ausflug bemängeln die Döttelhoffs bei Theres Herberger die in ihren Augen sehr beschwerliche Wandertour Foto: oh

(oh) | Nach wochenlanger Vorbereitung war es endlich soweit: Begleitet von einem ersten Applaus öffnete sich der Vorhang in der Eurasburger Mehrzweckhalle und ein wunderbarer Theaterabend im ausverkauften Haus begann.
 
Simmerl (Paul Reithmeir) kurvte singend mit einer vollbeladenen Schubkarre über die Bühne, während Theres (Finni Göschl) und Sixt Herberger (Hans Meßner) vehement darüber stritten, wo denn nun der Kuhmist abgeladen werden soll. Schließlich dürften die zukünftigen Urlaubsgäste nicht von dessen Gestank belästigt werden. Theres möchte nämlich mit ihrer Tochter Maria (Michaela Knoth) ein Agrarhotel eröffnen und damit für zusätzliche Einnahmen auf dem Bauernhof sorgen. Sixt kann dem Vorhaben aber nichts abgewinnen und Simmerl schließt sogar mit Maria eine Wette über das Nichtgelingen des Hotelvorhabens ab.
 
Schon bald aber kündigen sich mit Thekla (Lena Osterried) und Dietmar Döttelhoff (Thomas Frank) die ersten Urlaubsgäste an. Scheinen sie anfangs noch sehr begeistert vom Landurlaub zu sein, so zeigen sie jedoch bald ihr wahres Gesicht. Die anschließende vorzeitige Abreise der aufbrausenden Gäste ist für die Herbergers völlig unverständlich und setzt ihnen arg zu. Zu einem wahren Höhepunkt des Dreiakters entwickelt sich die nun folgende Gerichtsverhandlung in Sachen „bezahlter Urlaub“. Emsig notiert Gerichtsschreiber Spitzer (Josef Diepold) die vom Anwalt Dr. Malte Grunewald (Eugen Glück) vorgetragenen Beanstandungen seiner Mandanten. Amtsrichter Glatzeder dagegen weiß mit sehr viel Wortwitz und bayerischem Traditionsbewusstsein die Vorwürfe einzuschätzen. Die Kuhmistemission steht genauso zu Debatte wie das Läuten der Glocken oder Brüllen des Stiers.
 
Im Verlauf des Abends müssen die Schauspieler wegen des spontanen Applauses der begeisterten Zuschauer immer wieder kurz innehalten. Jeder der Darsteller hat genau die auf ihn zugeschnittene Rolle bekommen und füllt diese zur Freude des Publikums vollends aus. Die Zuschauer sind von der norddeutschen Mentalität der Döttelhoffs und Theres‘ Methapher über den bayerischen Schweinebraten hellauf begeistert und kommen aus dem Lachen kaum heraus. Zum guten Gelingen des Abends haben aber ebenso alle Mitstreiter vor und hinter der Bühne beigetragen, die für Licht, Ton und Bühnenbau zuständig waren. Familie Fritsch servierte mit ihrem Team als neue Betreiber der Sportheim-gaststätte “1818“ leckere Gerichte aus der extra für den Theaterabend kreierten Speisekarte und sorgte so in den Pausen für das kulinarische Wohlbefinden der Zuschauer. Ob die Döttelhoffs nun für ihren Urlaub bezahlen mussten und was aus der Wette zwischen Maria und Simmerl wurde, zeigte der Theaterverein noch in zwei weiteren Aufführungen am 23. und 24. März.



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