Ponke Urban

Die Gärtner legen los

Friedberg (rotp) | Salat und Gemüse aus dem eigenen Garten ernten liegt im Trend. Jetzt wurde die Saison der „meine ernte-Gärten“ offiziell eröffnet.

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Zur Eröffnung der Gemüsegartensaison gab Landwirt Stephan Körner gute Tipps
 
Nicht jeder hat einen Garten oder genügend Platz zum Anbau seines eigenen Gemüses. 21 Hobbygärtnerinnen und Gärtner haben sich diesen Traum deshalb mit einem Gemüsegarten für diese Saison erfüllt. Sie trafen sich mit Landwirt Stephan Körner an der Hans-Böller-Straße zur Eröffnung der Gemüsegartensaison. Körner stellt diesen Platz wieder sehr gerne für die Gärten zur Verfügung.
 
Bereits seit zehn Jahren ist „meine ernte“ in ganz Deutschland mit Gärten so groß wie 129 Fußballfelder und mit insgesamt über 40.000 Hobbygärtnern vertreten. Damit der eigene Gemüsegarten nicht nur von Profis unterhalten werden kann, hat Körner einige Tage vor der Übergabe der Gärten an die Mieter die Gemüsesorten ausgesät.
 
Nach dieser Einweisung hat Felix aus Hochzoll, der jüngste Gärtner an diesem Abend, feierlich das rote Band durchschneiden dürfen. Danach schritt man zur Tat: Im Gänsemarsch ging es an das Markieren der Grundstücksgrenzen und an das Laufen der Trampelpfade, welche die Gemüsegärten voneinander abtrennen. Das Wetter spielte zum Glück mit und es blieb trocken.
 
Die meisten kennen sich vom Vorjahr. Sie freuen sich, dass sie sich wieder gemeinsam über ihre Saaterfolge austauschen können. Man hilft sich aber auch, wenn der andere mal im Urlaub ist und nicht gießen kann. „Das ist doch selbstverständlich“, sagt Petra Betz aus Hochzoll. „Ich bin eine Wiederholungstäterin und freue mich schon sehr auf die neue Saison.“ Entdeckt hat sie die Idee mit dem eigenen Feld vor zwei Jahren, als die Parzellen am Friedberger See angelegt waren. Sie habe zwar keine Ahnung vom Gärtnern gehabt, aber sie hatte einfach Lust dazu. Und sie hat es in vollen Zügen genossen und bekam viele gute Tipps von ihren Nachbarn. Dass das letztes Jahr so gut geklappt hat, hat sie auch heuer wieder angespornt, ein eigenes Feld zu mieten. „Ich hatte eine Wahnsinnsernte. Über 50 Zucchini zählte ich und sogar eine riesige Sonnenblume wuchs auf meinem Feld“, erzählt Betz und lacht. Deshalb habe sie ihr Beet nun „Sonnenblume“ genannt. Das selbst gezogene Gemüse schmecke viel besser und man weiß, woher es kommt. Ihre Netze zum Abdecken ihres Feldes vor tierischen Feinden hat sie schon mit dabei. Für Betz ist die Gartenarbeit eine Ruheoase vom stressigen Alltag. Hier kann sie sich einfach mal zurückziehen. Zu Hause hat sie zwar auch einen Garten, aber der ist viel zu klein, um dort Gemüse anzubauen.
 
Die Netze liegen bereits, dann geht es mit der Gießkanne zum Bewässern der Jungpflanzen. Nach der Trockenheit der letzten Wochen sei das enorm wichtig für den Boden und das Wachstum der jungen Pflanzen, weiß Landwirt Stephan Körner. Auf insgesamt 31 Parzellen hat er diesmal je vier Reihen Kartoffel und weitere Reihen mit 29 Gemüse- und Salatsorten angepflanzt. Darunter wieder Zucchini, Gurken, Hokkaido-Kürbisse, Schwarzwurzeln, Karotten, rote Beete, Mangold und Spinat. Drei Streifen hat er freigelassen. „Hier bleibt es jedem selbst überlassen, was er für Saatgut ziehen möchte. Das sind die Wunschbeete“, so Körner. Und dabei helfe ich auch unseren Gärtnern natürlich gerne“, freut er sich.
 
Zur Feier des Tages durften die Hobbygärtner ihre Parzellen noch mit einem blauen Seil abstecken und die Grenzen zu den Nachbarn markieren. Neben den Feldern steht ein Gartenhaus mit allen nützlichen Gartenwerkzeugen. Ein Brunnen sorgt für das frische Wasser zum Bewässern der Felder. Jetzt müssen die Hobbygärtner die Pflänzlein nur noch hegen und pflegen und dann können sie ihr eigenes Gemüse ernten.


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