Ponke Urban

Die Menschen im Herzen

Friedberg (rotp) | Der evangelische Pfarrer Volker Nickel aus der Pfarrei „Der gute Hirte“ ging in den wohlverdienten Ruhestand. Dazu wurde er Ende September in einem Gottesdienst gebührend verabschiedet.

Bilder
Pfarrer Volker Nickel war fast zwölf Jahre in Friedberg. Jetzt hat er sich gemeinsam mit seiner Handpuppe Ernie verabschiedet. Foto: rotp

Pfarrer Volker Nickel war fast zwölf Jahre in Friedberg. Jetzt hat er sich gemeinsam mit seiner Handpuppe Ernie verabschiedet. Foto: rotp

Pfarrer Volker Nickel hat Friedberg verlassen
Viele Menschen werden Volker Nickel sehr vermissen. Er und seine Frau Brigitte gehen nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Knapp zwölf Jahre war der 65-Jährige in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde als Pfarrer aktiv. In dieser Zeit hat er das Gemeindeleben stark geprägt und viele neue Impulse eingebracht. Der geborene Münchner hat sich in Friedberg sehr wohl gefühlt und die Herzogstadt schätzen und lieben gelernt.
Er schaut gerne zurück: „Die Herzogstadt hat Charme und einen der schönsten Weihnachtsmärkte. Es passte einfach alles. Wir hatten viele Begegnungen, die uns bereichert haben und erlebt, wie Menschen uns getragen und für uns gebetet haben.“ Jetzt beginnt eine neue Lebensphase, die ihm im Moment „viel Kraft kostet“. Es steht nämlich kein Urlaub an, um ein wenig abzuschalten. „Ich werde ziemlich radikal rauskommen aus meinem Alltag“, sagt Nickel und zwinkert mit den Augen. Am 1. Oktober hat offiziell sein Ruhestand begonnen. Für einen Pfarrer bedeutet das aber gleichzeitig auch sein Pfarrhaus zu verlassen. Die vier Kinder der Familie Nickel sind alle erwachsen, so dass er und seine Frau sich verkleinern möchten. Sie ziehen nun in eine Wohnung nach Kriegshaber, an die Grenze zu Stadtbergen.
Im Ruhestand wird er Zeit für neue Dinge haben. Doch Nickel ist sicher, „dass er als Pfarrer weiterhin beschäftigt sein und öfter mal einspringen werde“. Er träumt davon, seine Modelleisenbahn wieder aufzubauen. Im Moment ist sie in Kisten verpackt. Doch er ist zuversichtlich, dass die Züge bald wieder fahren werden. Bis dahin muss er aber noch viel Arbeit hineinstecken. Es müssen viele Teile gerichtet werden. „Ich baue mir eine heile Welt, wo alles funktioniert“, sagt Nickel und lacht dabei. Jetzt sei aber erst einmal viel Schlafen angesagt. Zudem möchte er viele ferne Länder wie das Nordkap, Vietnam und China bereisen und viel über fremde Kulturen und deren Geschichte erfahren.
Seine Frau Brigitte und er haben am 12. August ihr 40-jähriges Ehejubiläum gefeiert, aber auch ihr gemeinsames Wirken in der Kirche. „Wir haben von Anfang an um unsere gemeinsame Berufung gewusst.“ Bilder von Berggottesdiensten, Vater-Kind-Freizeiten, Seminaren, Familientagungen, und Auftritten der GOD-Tanzgruppe haben ihm geholfen, sich an die vergangenen knapp zwölf Jahre zu erinnern und ihm zu sagen, wo das lebendige Wort Gottes lebendig geworden ist. Es wird einiges neu werden, auf das sich die Menschen in der Gemeinde nun einstellen müssen: einen neuen Kirchenvorstand, aber auch eine neue Pfarrerin oder einen neuen Pfarrer. Beide Pfarrstellen sind ausgeschrieben. Bislang ist noch nicht bekannt, wer Nickels Nachfolge antreten wird. Er hofft jedoch, dass es zu einem fruchtbaren Miteinander der ersten und der zweiten Pfarrstelle kommen werde.
Nickel verspricht, dass es einen Springer geben werde, der den organisatorischen Betrieb aufrechterhält. Zudem wird Pfarrerin Claudia Fey weiterhin im Team sein. Und alle ehrenamtlichen Prädikanten, auf die sich Nickel immer verlassen konnte und denen er gerne ein geistliches Verständnis für das Reich Gottes vermittelt hat. „Meine Mitarbeiter sollen Lust bekommen, sich in der Kirche zu engagieren, das war mir immer wichtig“, sagt Nickel. Und so wird es auch weiter laufen. Die Hauskreise, der Lobpreis und das GOD-Tanzteam werden unter anderem nach wie vor die Gemeinde beleben. Das liege ihm sehr am Herzen. Einer wird aber in Kriegshaber ein neues Zuhause bekommen: Ernie, seine Handpuppe, die im Laufe seiner Dienstzeit für ihn immer mehr an Bedeutung gewonnen habe. „Die Kinder werden Ernie sicher schwer vermissen!“



Weitere Nachrichten Friedberg