Ponke Urban

Fast 140 Wünsche wurden erfüllt

Friedberg (rotp) | Die Aktion Friedberger Wunschbaum war ein voller Erfolg. Damit wurden viele ältere Menschen glücklich gemacht

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Friedberger Wunschbaum machte viele Menschen glücklich
 
Der Rollstuhl steht im Gang, der Gehwagen neben Anneliese Hopfes. Zweimal täglich bekommt die 82-Jährige Besuch von der Sozialstation. Aber nicht zum geselligen Beisammensein, sondern zur Körperpflege, zum Strümpfe an- und ausziehen und zur Medikamentengabe. Die Seniorin hat zwar ihre Familie mit im Haus, aber sie möchte nicht zur Last fallen. Umso mehr hat sie sich gefreut, als Cristina Jäckle zu ihr kam und das Geschenk überreichte, das sich die Friedbergerin gewünscht hatte: Tee. Es war einer von 138 Wünschen, die am Friedberger Wunschbaum hingen. Die sympathische ältere Dame macht sich jeden Tag eine Kanne Tee. Jetzt ist sie gespannt, welche Sorten in dem Paket sind. Wenn keine Karte des Wunscherfüllers beiliegt, wird sie nie erfahren, von wem das Geschenk kommt. Die Aktion findet sie ganz toll und sie möchte sich schon heute bei der Spenderin oder dem Spender bedanken.
 
Die Initiatorin der Aktion Cristina Jäckle ist sehr zufrieden. Dass die meisten Wünsche bereits am zweiten Tag weg waren und auch die nachgelegten Wünsche innerhalb 24 Stunden schon wieder vergriffen waren, motiviert sie um so mehr, die Aktion nächstes Jahr wieder durchzuführen. Jäckle selbst hat alle Wünsche beim Café Weißgerber abgeholt, in ihrem Keller sortiert und in große Kartons gepackt. Die meisten Wünsche kamen von der Sozialstation Friedberg und von Pro Seniore.
 
Über 30 Wünsche gingen an das AWO Seniorenheim. Hier sind viele Sozialhilfeempfänger mit dabei, die sich zum Beispiel über einen Haarschaum oder einen Friseurbesuch besonders freuen. „So etwas können sie sich sonst einfach nicht leisten“, sagt Angela Frauscher vom sozialen Dienst. „Da waren auch viele immaterielle Wünsche mit dabei, wie Kaffee trinken oder spazieren gehen.“ Sie ist überrascht, wie liebevoll all die Geschenke verpackt sind. Sie werden nun an jeden Bewohner einzeln verteilt. „Selbst für uns waren die Verpackungen ein Augenschmaus.“ Wenn die Menschen durch diese Aktion nun auch Kontakte knüpfen könnten, die länger andauern, wäre das wunderbar. Denn das brauchen die Menschen, die viel alleine sind.



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