Ponke Urban

Seit 12. Mai wieder geöffnet - glanzvoll präsentiert sich das neue Museum im Wittelsbacher Schloss

Friedberg (rotp) | Glanzvoll ist es geworden, so die Museumsleiterin Dr. Alice Arnold- Becker und Bürgermeister Roland Eichmann beim Presserundgang. Am 12. Mai erwachte das Museum im Wittelsbacher Schloss aus seinem Dornröschenschlaf. Vier Jahre lang war es geschlossen. Jetzt lädt es eine ganze Woche lang ein, sich dort bei freiem Eintritt umzusehen und sich selbst zu überzeugen.

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Im Vergleich zum früheren Museum wurde auf über 900 Quadratmetern Fläche vieles neu arrangiert und großzügig gestaltet. Ein besonderer Blickfang ist die offene Flucht zwischen den einzelnen Räumen des Museums im ersten Stock. Gestaltet hat es das Architekturbüro Hammerl & Dannenberg, das zarte Farben und spannende Durchblicke wählte, um die Räume in Szene zu setzen. Raffiniert umgesetzt wurden die einer großen Welle gleichenden schräg gestellten Objekt-Portale neben den Türausschnitten im langen Wandelgang.
 
Der Rundgang durch das neu gestaltete Museum, das komplett vom Nordflügel in den Südflügel gezogen ist, wird zu einem Erlebnis. Viel Herzblut hat die Museumsleiterin in dieses Projekt gesteckt. „Jedes Stück ist wertvoll und jeder Raum etwas Besonderes“, schwärmt sie. Fasziniert ist sie von der Geschichte des Schlosses, aber auch von den prachtvollen Uhren. Und von der Familie Happacher, einer Unternehmer-Dynastie, die die Uhrmacherzeit entscheidend geprägt hat. Betritt man den Gang im ersten Stock des Schlosses im Museum, blickt man auf ein Bild aus der Uhrmacherzeit in Friedberg, das Uhrmacher Franz Xaver Happacher in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts gemalt hat.
 
In neun Räumen, die fast alle in dieser architektonisch raffiniert gestalteten Flucht liegen, erfährt man viel über die Stadtgeschichte. Aber auch wie Friedberg als Uhrmacherstadt international berühmt wurde und welche wunderschön verzierten Fayencen im Schloss produziert wurden. Unter den Uhren sind exquisite Stücke, unter anderem edle Kutschen- und Taschenuhren. Durch einen langen Gang, dessen Wände mit lebensgroßen Figuren verziert sind und so quasi mit auf eine Zeitreise gehen, kommt man hinüber in den größten Raum des neuen Museums: der Archäologie. Dort sind große Bilder von Urelefanten und Mammuts, die es im Auenwald in Friedberg gegeben haben soll. Weiter geht es über eine enge Treppe hinunter ins Erdgeschoss, wo drei offene Räume die sakrale Kunst der drei Friedberger Wallfahrtskirchen zeigen. Abschließend kommt man in Räume mit moderner Friedberger Kunst. Neben Werken des Malers Karl Müller-Liedeck und Fritz Schwimbeck, dem Schöpfer eindrucksvoller Grafiken aus der Zeit des Ersten Weltkriegs sowie zu Literaturklassikern, sind Münzen von Reinhart Heinsdorff, dem Gestalter des deutschen Eurocent, ausgestellt.
 
Selbst aktiv werden
Überall finden sich Mitmachstationen, die einladen, selbst aktiv zu werden. Es gibt Bildschirme zum Anklicken, Fenster zum Öffnen und man kann sogar echte Geräusche einer Uhr in einem alten Sekretär anhören. In einem kurzweiligen Film kann man Friedberg von damals und heute besser kennenlernen. Um noch gezielter auf Entdeckungsreise gehen zu können, stehen kostenlose Audioguides in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch zur Verfügung.
 
Für die Kinder: Spurensuche mit Philipp
Der fiktive Uhrmacherlehrling Philipp nimmt die Kinder mit auf eine spannende Reise durch das Museum und lädt auch sie zum Mitmachen ein. So können sie mit Bauklötzen ihre eigene Stadt bauen, ein Bild malen oder an verschiedenen Bildschirmen klicken.
 
Museumscafé lädt ein zum Schlemmen
Wer nach der Museumstour noch Lust auf einen Kuchen und eine Tasse Kaffee hat, kann das jetzt ganz neu im eigenen Museumscafé tun.
 
Seit 12. Amai ist wieder geöffnet
Öffnungszeiten Museum und Café: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Montag ist geschlossen
 
Eintritt:
Erwachsene: Euro (ermäßigt 3 Euro)
Familien: 6 Euro
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: frei
Bis 19. Mai ist der Eintritt frei
Mehr dazu unter www.museum-friedberg.de
 
„Kaum, dass man Augsburg verlassen hat, beginnt Bayern und man kommt durch Friedberg, einem bayerischen Ort auf einem Berg, wo sie Unmengen an Uhren herstellen.“ (Giuseppe Garampi, apostol. Nuntius und Kardinal, 1763)


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