Ponke Urban

Zum Lesen und Expermentieren

Friedberg/Stätzling (rotp) | An der Grundschule in Stätzling wurde eine Lerninsel geschaffen. Wie die Schüler das finden und wie die Aula nun künftig genutzt werden soll, lesen Sie hier:

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Eine Lerninsel erfreut seit Mai die Schüler der Grundschule Stätzling
 
Bereits um 8 Uhr wuselte es nur so in der Aula im Nordtrakt der Grundschule Stätzling, die seit Anfang Mai zu einer gemütlichen Lerninsel geworden ist. Wenn das kein Grund für eine gemeinsame Feier ist. Schulleiter Martin Enzinger freute sich, dass sich alle Grundschulklassen, aber auch viele Schüler der benachbarten Mittelschule dazu in der Aula versammelt hatten. Musikalisch eröffnet wurde die neue Lerninsel von den Klassen 2a und 4a, die mit ihrer Musiklehrerin ein passendes Lied gesungen hatten. Hier ist nämlich nicht von einer Insel mit zwei Bergen die Rede, sondern von einer Insel, die die Kinder zum Lernen motivieren soll. Und die ist sehr einladend geworden. Der Boden der über 50 Jahre alten Aula hat jetzt einen blauen Teppich bekommen, darauf stehen weiße Dreieckstische. Dazu laden rundherum blaue runde Hocker ein, es sich gemütlich zu machen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Im langen Schrank an der Seitenwand finden die Schüler alles, was sie zum Forschen und Lernen brauchen. Da sind Scheren dabei, bunte Papiere, Schreibzeug, Kleber, Legosteine, Bauklötze und vieles mehr.
 
Wie ist die Idee zu einer Lerninsel entstanden? Lange Zeit diente die Aula nur als Durchgang ohne Aufenthaltsqualität. Das soll sich nun ändern, und sie soll wieder genutzt werden. Platz ist dort genug, um Versuche und offene Lernumgebungen aufzubauen und an die nächste Klasse weiterzugeben. Während im Klassenzimmer alles wieder schnell für die nächste Stunde abgebaut werden muss, können die Kinder einer Klasse in der Lerninsel in der Früh an einem Thema arbeiten. Später kann eine andere Klasse dasselbe Angebot weiternutzen. Und das alles ohne Zeitdruck und ohne Material, das von einem Raum in den nächsten geschleppt werden muss. Außerdem soll die Lerninsel als Platz für Lese- und Sprachpaten, als Differenzierungs- und Ausweichfläche künftig da sein. „Nun kann in die ehemals nur von vielen Pflanzen und Blumentöpfen bewohnte Aula als Lerninsel wieder Leben in die Bude kommen“, freut sich Lehrerin Claudia Schmucker.
 
„Ermöglicht hat dies alles die Stadt Friedberg zusammen mit der Jugendstiftung der Stadtsparkasse Augsburg“, freut sich Enzinger. Dazu hat sich die Schule in einem Wettbewerb durchgesetzt und finanzielle Zuschüsse erhalten. „Den Rest, der noch benötigt wurde, hat die Stadt Friedberg gerne draufgelegt“, so Martha Reißner, die dritte Bürgermeisterin.
 
Große Erfindungen sind auch sonst nicht auf einmal geglückt. Deshalb müsse man durch Erfahrung lernen, so Enzinger, der damit Albert Einstein zitierte. Alles andere sei Information. Lernen sei Beobachten mit allen Sinnen. Hier können seine Schüler jetzt gemeinsam lernen und forschen. Neue Ideen seien enorm wichtig und die Fantasie müsse angeregt werden. „Wir wollen den Schülern auf der Lerninsel dieses Erfahrungslernen mit einem Mehr an Zeit verstärkt ermöglichen“, so der Rektor.
 
„Für die Kinder aus der 1. und 2. Klasse ist es schon etwas Besonderes. Es ist einfach anders, wenn wir eine Stunde nicht im Klassenzimmer, sondern auf der Lerninsel durchführen. Die Schüler freuen sich, weil sie wissen, dass wir dort Zeit und Platz für die anderen Dinge haben“, so Lehrerin Karin Schmidt. Da auch viel mit dem Kindergarten kooperiert werde, kann man hier nun gemeinsam basteln und malen. „In den Klassenzimmern wird es dann schnell eng. Das ist jetzt vorbei“, freut sich Lehrerin Birgit Höß.
 
Die Lerninsel mit Leben füllen
Jetzt müsse die Lerninsel nur mit Leben gefüllt werden. Aber das taten die vielen Schüler an diesem Morgen schon zur Genüge. Beim anschließenden Forschertag konnten sich die Schüler schon mal in der Lerninsel austoben. „Ich finde es cool, dass wir an unserer Schule jetzt auch eine Insel haben. Da muss man nicht mit dem Flugzeug fliegen und lernt sogar noch was“, freut sich eine Schülerin der Klasse 1b.
 
Bei den Lehrern der Grundschule schwirren noch viele weitere Gedanken durch die Köpfe, was kommen soll. Loungemöbel könnten die Aula noch gemütlicher machen, vielleicht soll sogar ein Computerterminal für die Kinder dort stehen. Ein Beamer und ein Lehrer-PC sind ebenfalls denkbar. „Aber das wollen wir gemeinsam in der Zukunft planen und an unsere Bedürfnisse anpassen“, so der Rektor Martin Enzinger.


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