Marcel Eberhardinger

Ein Gespräch mit Reinhard Gürtner über die ersten vier Wochen seiner Amtszeit

Kissing (rotp) | Reinhard Gürtner ist der neue Bürgermeister von Kissing. Der 52-Jährige steht vor vielen neuen Herausforderungen. Was er an seiner neuen Aufgabe und seinem Amt schätzt, welche Projekte er schnellstens anpacken möchte und was seine langfristigen Ziele sind.

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Der erste Monat ist vorbei: Reinhard Gürtner fühlt sich inzwischen sehr wohl in seinem Chefsessel im Kissinger Rathaus. Foto: rotp

Der erste Monat ist vorbei: Reinhard Gürtner fühlt sich inzwischen sehr wohl in seinem Chefsessel im Kissinger Rathaus. Foto: rotp

Sein Programm geht bis 2030
 
Paar-Anzeiger: Seit wann leben und wohnen Sie in Kissing?
Reinhard Gürtner: Aufgewachsen bin ich im Altmühltal in Beilngries. Durch meine Tätigkeit als Fachlehrer an der Schule für Informationstechnik der Bundeswehr in Lagerlechfeld verschlug es mich nach Schwaben. Als wir auf der Suche nach einem Haus waren, ist uns Kissing als eine sehr attraktive Gemeinde erschienen. Das war vor 16 Jahren. Wir lieben den Ort, die Natur dort und die Nähe zu München und Augsburg. Für mich und meine Familie boten sich hier die besten Bedingungen und gute Chancen. Meine zwei Töchter sind hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Wir haben diese Entscheidung keine Sekunde bereut.
 
Paar-Anzeiger: Haben Sie gedacht, dass Sie hier einmal Rathauschef sein werden?
Nein, das hätte ich mir nie träumen lassen. Als der CSU Ortsverband, bei dem ich seit zwölf Jahren der Vorsitzende bin, mich für das Bürgermeisteramt vorschlagen hat, konnte ich es mir zumindest vorstellen. Ich hatte ja nichts zu verlieren. Doch am Wahlabend des 24. März war ich genauso überrascht über die überragende Mehrheit von 53,4 Prozent der Stimmen wie viele andere. Und das schon beim ersten Wahlgang. Ich habe auf alle Fälle mit einer Stichwahl gerechnet. Am nächsten Tag sitzt man dann um 8 Uhr schon an diesem Schreibtisch. Da kam ich gar nicht mehr zum Nachdenken. Das ging alles so schnell. Das Alltagsgeschäft ging sofort los und ich war mittendrin.
 
Paar-Anzeiger: Was liegt Ihnen besonders am Herzen?
Wichtig ist mir, eine gute Arbeit zu machen. Die nächsten sieben Jahre zumindest. Das muss zur vollsten Zufriedenheit geschehen. Eine weitere Amtszeit wäre für mich die Kür, so wie ich es im Wahlkampf versprochen habe: Mit mir für Kissing. Meine Themen sind vielseitig und mein Programm ist auf 2030 und darüber hinaus ausgelegt, das habe ich bei der Wahl versprochen. Dazu gehört eine bürgernahe Verwaltung mit bedarfsorientieren Öffnungszeiten und Dienstleitungen, die man online abwickeln kann. Ich möchte zudem Ansprechpartner und Kümmerer für die Menschen sein, die Unterstützung benötigen.
 
Paar-Anzeiger: Welche konkreten Pläne möchten Sie langfristig umsetzen?
Wichtig ist der soziale Wohnungsbau mit einem Generationen verbindenden Wohnen und einer Bauplatzvergabe mit neuem Kissinger Konzept. Die Gemeinde soll weiterhin ein verlässlicher Partner für Vereine sein. Die Infrastruktur mit einer Vernetzung der Radwege, der Sicherung der Trinkwasserqualität, der Modernisierung des Kanalnetzes und die Sanierung wichtiger Hauptstraßen steht auf der Agenda. Aber auch die Digitalisierung mit einem leistungsfähigen Datennetz, freiem WLAN und das digitale Klassenzimmer. Zudem muss Kissing geschützt werden. Deshalb bin ich langfristig für eine umweltverträgliche Ortsumfahrung und einen Rückbau der B2 sowie den innerörtlichen Ausbau der Paar.
 
Paar-Anzeiger: Wenn Sie auf die ersten vier Wochen zurückschauen, wie war die Zeit für Sie?
Im Rahmen der Digitalisierung habe ich den Vertrag für das Höfeprogramm unterzeichnet, welches der Freistaat subventioniert. Das war meine erste Amtshandlung. Das bedeutet, dass Höfe wie zum Beispiel die Ottomühle schneller an das Internet angebunden werden. Meine erste lange außerplanmäßige Gemeinderatssitzung habe ich vor Ostern abgehalten. Hier informierte ich über die anstehenden Pläne. Zu wissen, was ist die Aufgabe der Gegenwart, das ist für alle wichtig. Alles andere wird sich mit der Zeit ergeben.


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