Ponke Urban

AWO Mering feiert 70 Jahre

Mering (rotp) | Im Alten Wasserhaus hat der Ortsverein mit seinen Mitgliedern und vielen Ehrengästen sein Jubiläum gefeiert. Ein Rückblick auf die 100-jährige Geschichte des Wohlfahrtverbandes

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Ein Rückblick auf den Wohlfahrtsverband und vielen Ehrengästen
 
Weil in den Räumen in Mering nicht genug Platz gewesen wäre, um das 70-jährige Bestehen zu feiern, hat der Ortsverein ins Alte Wasserhaus nach St. Afra eingeladen. Leider machte ein Gewitter mit viel Regen der Feier im schönen Garten den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Bis auf die Grillstation musste alles nach drinnen verlagert werden. Die Mitglieder und zahlreichen Ehrengäste fanden im Saal alle genügend Platz und freuten sich auf eine Feier mit schönen Erinnerungen und einem gebührenden Rückblick auf 100 Jahre Wohlfahrtsverband und 70 Jahre AWO Mering.
 
Der Ortsvorsitzende Jaromir Prochazka war erst einmal sprachlos. Nicht jeden Tag steht eine solche große Feier auf dem Programm. Seit über 20 Jahren führt er gemeinsam mit seinem ehrenamtlichen Team den Ortverband in Mering an und hat seitdem schon vieles miterleben dürfen. Er erinnerte 100 Jahre zurück, als der erste Weltkrieg vorbei war und eine große Not herrschte in der jungen Weimarer Republik. Aus dieser Notlage heraus und um zu helfen, gründete sich am 13. Dezember 1919 die Arbeiterwohlfahrt. Und zwar auf Initiative einer Frau, der gelernten Schneiderin Maria Juchacz. Es sei geplant, auch eine Straße nach Maria Juchacz in Mering zu benennen. In Kissing gibt es sie bereits. Der Ortsvorsitzende übersprang 30 Jahre und leitete auf die Gründung der AWO in Mering über. Dazu zeigte er stolz den Ausweis eines der ersten Gründungsmitglieder Karl Hanel her. „Auch damals war die Situation ähnlich wie in 1919. Der Weltkrieg lag gerade vier Jahre zurück, es herrschte Wohnungsnot, Mangel an Lebensmitteln, Decken, Kleidung, an allem, was man zum Leben braucht. Gründe genug, am 12. Juni 1948 die Arbeiterwohlfahrt Mering zu gründen“, sagt Prochazka. Er erinnerte an die Erholungsverschickung für Kinder und Erwachsene. 1955 wurde die erste Wärmestube in der Gaststätte Schlossschenke eröffnet. „Es war eine der ersten in ganz Bayern.“ Die Erholungsmaßnahmen entwickelten sich zu den Hauptaufgaben der Meringer AWO. 1957 entstand als neue Maßnahme die Stadtranderholung, damals in der Friedenau, die es in dieser Form auch heute noch gibt und die rege genutzt wird.
 
Im gleichen Jahr entschlossen sich 21 Mitglieder des Ortsverbandes in Mering, aus der neuen Siedlung St. Afra einen eigenen Ortsverein ins Leben zu rufen. Das gesellige Beisammensein wurde ausgiebig gepflegt. Dazu begrüßte der Ortsvorsitzende Winfried Bicker, den letzten ersten Vorsitzenden des Ortsverbandes Mering St. Afra. Er leitete den Verein von 1995 bis 2011, bis die beiden Ortverbände zusammengelegt wurden. „Bicker sorgt nach wie vor für Geselligkeit bei seinem monatlichen Kaffeetreff beim Inder in St. Afra“, so Prochazka. Hier stimmten ihm die Gäste mit viel Applaus zu. Er erinnerte an das Wasserhaus, wo heute gefeiert werde, das 1973 erworben und umgebaut wurde, so dass es drei Jahre später als Begegnungsstätte eröffnet werden konnte. Vor über 20 Jahren wurde es erweitert und bietet heute unter anderem Platz für viele Veranstaltungen wie Gedächtnistraining, Rechtsberatung, Computerkurse, den Computerclub, Film- und Seniorennachmittage und Sprachunterricht für Flüchtlinge. „Wir werden uns weiterhin mit viel ehrenamtlichem Engagement für eine soziale gerechte Gesellschaft einsetzen, zum Wohle der Meringer Bürgerinnen und Bürger“, freut sich Prochazka, der damit gerne an Dr. Simone Strohmair, Mitglied des Landtags und Mitglied des Präsidiums der AWO Schwaben überleitete.
 
„Hier treffen sich Menschen und tun sich gegenseitig etwas Gutes“, so Strohmair. Es sei für sie ein schönes Gefühl zu sehen, was in Schwaben von der AWO alles geleistet werde. Als Mitglied könne man das unterstützen. Das war auch das Anliegen des jüngsten Mitglieds Peter Hörmann, der bei der Feier gemeinsam mit Jürgen Schwilski für die musikalische Unterhaltung sorgte. „Die sozialen Belange sind es, die mir am Herzen liegen. Die AWO ist sehr neutral in Glaubensfragen, das gefällt mir“, sagt Hörmann.


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