Ponke Urban
| Mering Aktuell

Blindenbund in Beratungskooperation

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Gerlinde und Alfred Schwegler (links) freuen sich mit Gerhard Frick (Mitte), Klaus Mayinger und Georg Schneider (rechts) über die Beratungskooperation Foto: ike

Gerlinde und Alfred Schwegler (links) freuen sich mit Gerhard Frick (Mitte), Klaus Mayinger und Georg Schneider (rechts) über die Beratungskooperation Foto: ike

Mering (ike) | Die monatliche Behindertensprechstunde wird durch Alfred Schwegler vom Bay­erischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) ergänzt.
Ein verstärktes Beratungsangebot gibt es künftig bei der monatlichen Außensprechstunde der Offenen Behindertenarbeit (OBA) für den südlichen Landkreis Aichach-Friedberg. Künftig finden dort auch Menschen mit einer Sehbehinder­ung einen Ansprechpartner. Seit Herbst 2015 wird in der Marktgemeinde einmal im Monat diese Sprechstunde angeboten. Hier will sich Alfred Schwegler vom des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) künftig anschließen und ebenfalls monatlich gesprächsbereit sein. Bisher standen der Meringer Behindertenbeauftragte Georg Schneider und Gerhard Frick von der OBA in Friedberg Besuchern für eine Stunde mit Rat und Tat zur Seite. Beide zeigen sich begeistert vom wachsenden Netzwerk. „Zusammen bieten wir eine umfassende Beratungskompetenz“, zeigt sich Georg Schneider überzeugt. „So können wir nun auch Probleme von Menschen mit Sehbehinderung in Mering und Umgebung in Angriff nehmen“, freut sich der Behindertenbeauftragte der Marktgemeinde. Auch der Austausch der drei Berater untereinander sei durchaus wertvoll, glaubt OBA-Leiter Gerhard Frick. Die Termine sind schon für das ganze Jahr festgelegt. Im Landkreis-Norden wurde bereits vor einem Jahr eine solche Außensprechstunde des BBSB eingerichtet. „Dort haben wir seither bereits über 30 Beratungen gemacht“, informiert Schwegler. Beim ersten Vorgespräch der drei künftigen Beratungspartner war auch Klaus Mayinger als Einrichtungsleiter von St. Agnes mit von der Partie. Gerne stellt er für die monatlich stattfindende Sprechstunde Räumlichkeiten im Seniorenheim zur Verfügung. Die Bezirksgruppe Schwaben-Augsburg des BSBB ist zuständig für das Einzugsgebiet Mittel- und Nordschwaben. Es existiere jedoch keine allzu strikte Trennung. „Unsere Zuständigkeit endet nicht an der Landkreisgrenze“, betont Alfred Schwegler. Er ist zudem täglich von 10 bis 15 Uhr in der Augsburger Beratungsstelle in der Rugendastraße 8 erreichbar. Auch seine Frau Gerlinde Schwegler ist dort als Verwaltungsangestellte tätig und selbst auch Berater­in für Sehbehinderte. Auch bei den monatliche Beratungsgesprächen in Mering wird sie ihren Mann begleiten, denn Alfred Schwegler ist selbst blind und braucht für den Weg von Augsburg nach Mering Unterstützung. „Als Kind und Jugendlicher konnte ich sehen, doch durch eine Krankheit mit schnellem Verlauf war ich bereits mit 25 Jahren blind“, erzählt er. „Dies stellt das eigenen Leben völlig auf den Kopf. Ich musste mich beruflich komplett neu orientieren“, erzählt er seine eigene Erfahrung. Seit sieben Jahren ist der ausgebildete Blinden- und Sehbehindertenberater nun nur noch ehrenamtlich tätig, seit zweieinhalb Jahren auch Bezirksgruppenleiter. Als zusätzliche Aufgabe hat der gelernte Informatiker das Amt als Referent für elektronische Hilfsmittel übernommen. Oft sind es Leute im Anfangsstadium einer Sehbehinderung, die sich in der Sprechstunde noch einmal den Befund vom Augenarzt erklären lassen, sich über mögliche Hilfsmittel informieren oder beim beantragen finanzieller Unterstützung beraten lassen. „Nach einer Erstberatung in Mering könnte es gut sein, dass ich Besucher nach Augsburg einlade, wo sie viele Hilfsmittel wie etwa Spezialbildschirme ausprobieren können“. Es gibt Smartphonetreffs und auch das Sprachsystem Alexa von Amazon ist ein großes Thema. „Unsere Hilfe ist immer eine Hilfe zur Selbsthilfe, damit Betroffene in ihrem Leben zurecht kommen“.
Die kostenlose Beratung findet einmal monatlich am Dienstag von 16:30 bis 17:30 Uhr im Caritas Seniorenzentrum St. Agnes am Jägerberg 8 in Mering statt. Termine sind der 16. Januar, 20. Februar, 20. März, 24. April, 15. Mai, 19. Juni und 17. Juli, danach ist im August Sommerpause. Weiter geht’s im September. Die Termine werden rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben. Weitere Informationen gibt es bei der Caritas unter Tel. 0821/5976372 oder bei Alfred Schwegler vom BBSB, Tel. 0821/455 415-0.