Ponke Urban

Eine Weihnachtsfeier für bedürftige Menschen

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Mering (hesep) | Teja-Gernot Sanders las im Jahr 2009 von einer Feier für 3000 Personen in Berlin. Er schlug es der Männerrunde von St. Johannes vor, sie in kleinerem Rahmen in Mering einzuführen. Diese waren sofort begeistert.
Zum siebten Mal in Folge luden zwölf Männer, die sich dreimal im Jahr zum Weißwurstfrühstück treffen, die Bedürftigen der Meringer Tafel zu Kaffee, Tee, Kinderpunsch mit Stollen und Weihnachtsplätzchen und einem zweigängigen Weihnachtsmenü ins Gemeindehaus der St.-Johanneskirche ein. Die Kinder überraschten sie mit einer Weihnachtstüte, die sie mit Süßigkeiten, einem Kuscheltier und einem Geldgeschenk für einen besonderen Wunsch gefüllt hatten. Die Ausgaben für die Weihnachtsfeier und die Geschenke an die Kinder spendierten die großzügigen Männer aus eigener Tasche. Bewundernswert ist, dass der älteste Teilnehmer der Runde, Heinrich Ellwein, bereits 91 Jahre alt ist und immer noch gerne mithilft.
55 Erwachsene und 15 Kinder folgten der Einladung zu einem besinnlichen Adventsnachmittag. Schon am Freitag hatten sich die Gastgeber für zwei Stunden getroffen, um die Tische mit goldenen, silbernen, roten oder blauen Tischdecken festlich herzurichten und mit Tannenzweigen, Kugeln, Nüssen, Äpfeln, Mandarinen und Kerzen zu dekorieren. Peter Mühlnickl, der seit zwei Jahren im Seniorenheim St. Agnes die Bewohner beim offenen Singen begleitet, spielte auf dem Akkordeon bekannte, aber auch seltene deutsche und englische Weihnachtslieder und lud die Gäste zum Mitsingen ein. Vier Wochen hatte er für den Nachmittag geübt. Als Menü entschied sich die engagierte Männerrunde bereits im Oktober für Barbarie-Entenkeulen, die sie mit Knödeln und selbstgekochtem Blaukraut servierten. Für die Kinder bereiteten sie Putenschnitzel, Wiener und Kartoffelsalat zu. Drei Ehefrauen kümmerten sich zu Hause um das Dessert, das aus Obstsalat, Schokoladenpudding und einer Quarkspeise bestand. Später halfen sie auch beim Spülen des Geschirrs in der Küche.
Teja-Gernot Sanders, der vor acht Jahren die Idee für die Weihnachtsfeier für ärmere Bürger in Mering hatte, freute sich in seiner Begrüßungsrede über die zahlreichen Besucher. Der größte Dank sei es für das Team, wenn die Gäste abends glücklich nach Hause gingen. Später las er die Weihnachtsgeschichte von der Weihnachtsgans vor, die zwei Frauen sich für das Festessen gekauft hatten, die dann aber noch zehn Jahre bei ihnen leben durfte. „Ursprünglich hatten wir nämlich Gänsekeulen geplant, wegen der langen Garzeit aber anders entschieden“, verriet er.
Die Gäste genossen den gemeinsamen adventlichen Nachmittag und das liebevoll zubereitete Essen. Viele kommen schon seit mehreren Jahren zu der Feier und nahmen auch diesmal die Einladung wieder gerne an. Auch die Kinder freuten sich über ihre vorzeitige Bescherung.