Ponke Urban

Traditioneller Dämmershoppen der Kolpingfamilie

Mering (ike) | Das Ende der Vision 2025, die Diskussion um den Gewerbepark, der Verkauf des Bürgerzentrums Schlossmühle und der bislang noch nicht genutzte Bauparagraph 13b – viele brisante Themen gab es im vergangenen Jahr im Markt Mering, die so manchem Bürger noch nicht richtig nahegebracht wurden.

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Auch nach dem Verkauf der Schlossmühle werden laut dem neuem Besitzer Spielmannszug, Neues Theater sowie das Jugendzentrum ihre Bleibe für die nächsten zehn bis 15 Jahre behalten können. Foto: ike

Auch nach dem Verkauf der Schlossmühle werden laut dem neuem Besitzer Spielmannszug, Neues Theater sowie das Jugendzentrum ihre Bleibe für die nächsten zehn bis 15 Jahre behalten können. Foto: ike

Diskussion – Beim traditionellen Dämmerschoppen der Kolpingsfamilie stand Bürgermeister Kandler zur intensiven Befragung rund um Meringer Bauvorhaben zur Verfügung
 
Hier setzt der traditionelle Dämmerschoppen der Meringer Kolpingsfamilie mit Bürgermeister Hans-Dieter Kandler an. Der traditionelle jährliche Diskussionsabend war die erste Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Meringer Kolpingsfamilie unter dem Vorsitz von Klaus-Dieter Ruf, die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiern kann. Die Themen für das Frage- und Antwortspiel hatte der politische Arbeitskreis vorbereitet und dessen Leiter Bernhard Frank moderierte den Abend. War 2018 das Jahr der Ernüchterung in Bezug auf die Bauvorhaben der Marktgemeinde?
 
Bernhard Frank hakte nach, warum die Möglichkeiten des Paragraph 13b Baugesetzbuch bislang noch nicht genutzt wurden. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat im vergangenen Sommer beschlossen, insgesamt vier Optionen für neue Baugebiete im zeitlich begrenzten Schnellverfahren nach diesem Paragraphen zu überprüfen und zunächst wurden alle verworfen. Dass die Gemeinde Mering vielleicht trotz anfänglicher Widerstände im Gemeinderat wohl doch noch beim Baugebiet am Ortsrand östlich des Kapellenbergs die Möglichkeiten des Schnellverfahrens nach Paragraph 13 b ausschöpfen kann, davon berichtete der Bürgermeister. Nach Vorgesprächen mit den Fraktionschefs der Parteien bestehe die Möglichkeit einer Ausweitung des Baugebiets Unterfeld mit der Option zum Bau einer Mehrfamilienanlage an der Hörmannsberger Straße sowie zwischen 30 und 40 Bauplätzen für Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser. Auch zum Bebauungsplan an der Zettlerstraße mit den Möglichkeiten einer massiven Wohnbebauung befragte die Kolpingsfamilie den Bürgermeister. Zum Teil geschah dies auch in eigenem Interesse, denn die Kolping Kultur Werkstatt ist auf dem Gelände der Firma Ludwig untergebracht. Abreißen oder umbauen, das müsse die Fabrikantenfamilie gut abwägen, wie Kandler betonte. Auch die derzeit immer wieder verschneiten Erdhügel im Industrie- und Gewerbepark St. Afra waren Thema des politischen Dämmerschoppens. Aufgeworfen wurden die Hügel vom Landesamt für Denkmalpflege auf Spurensuche nach Relikten der alten Römerstraße. Aus Unerfahrenheit sei in den Verhandlungen mit Honold/Kuka einiges schief gelaufen, gab der Bürgermeister zu. Nun verkaufe man kleinteilig. Zehn, zwölf Bewerber seien bereits vorstellig geworden und somit 53.000 von 70.000 Quadratmetern so gut wie vergeben. Hierbei handle es sich jedoch um ortsansässige Betriebe, die sich vergrößern wollen. Somit entfalle laut Kandler die zusätzliche Gewerbesteuer. Zu einem emotionalen Diskussionspunkt entwickelte sich die Erweiterung der Parkplätze am Bahnhof St. Afra, denn den Meringern leuchtet nicht ein, dass sie Parkplätze für Pendler aus Königsbrunn bezahlen sollen.
 
Zudem legte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler im Laufe des Diskussionsabends noch einmal dar, warum das im Pachtvertrag erwähnte Vorkaufsrecht nicht wirklich eines gewesen sei und warum „die Kosten gescheut“ wurden. Der neue Eigentümer werde die Schlossmühle sanieren und dort Bürogebäude unterbringen. Der Vertrag für die im Gebäude befindlichen Gruppen wie Neues Theater, Jugendzentrum und Spielmannszug werde auf jeden Fall auf die nächsten zehn bis 15 Jahre verlängert, versicherte Kandler. Keineswegs für umsonst erachtete er die Diskussion um die Vision 2025, auch wenn nun eine sehr abgespeckte Version übrig bleibt. „Es wurde ein Prozess in Gang gebracht, der den Leuten deutlich machte, dass das bestehende Rathaus für eine Gemeinde wie Mering kein ausreichendes Verwaltungsgebäude darstellt“, hob er hervor. Doch 26 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, hätte eine Verdoppelung der Grundsteuer nötig gemacht. „Das wäre wohl kaum auf Akzeptanz in der Bevölkerung gestoßen“. Er appellierte an die Vereine, analog zum Motto „Nachverdichtung statt Flächenfraß“ auch beim Thema Vereinsheim die Bereitschaft zu zeigen, sich in der Nutzung einer Unterkunft abzusprechen und Räumlichkeiten zu teilen.


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