Ponke Urban

Über 100 Personen informieren sich in Mering über das Volksbegehren Artenvielfalt

Mering (hesep) | Der preisgekrönte Film „Bienen in 3 D“ sowie weitere Filme über Insekten vermittelten den Besuchern einen Eindruck, wie wichtig Insekten für die Natur und den Menschen sind. Günter und Verena Peschke aus Mering zeigten auch die Entwicklung eines Marienkäfers aus der Raupe Emma, das Leben der Ameisen und zwei Sequenzen über Bienen, welche beim „Volksbegehren Artenvielfalt“ vor allem gerettet werden sollen. Sie filmten Bienen beim Sammeln von Pollen, im Kampf mit einer Wespe, und wie sie den schmackhaften Honig herstellen.

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Überwältigend groß war der Ansturm beim ZukunftsKino des Bündnisses für Nachhaltigkeit in der Bücherei Mering. Es war die Auftaktveranstaltung zum Volksbegehren Artenvielfalt, das vom Bündnis für Nachhaltigkeit unterstützt wird. Etwa 130 Personen waren gekommen, um sich die Filme mit 3D-Brillen anzusehen und weitere wichtige Informationen zum Ablauf des Volksbegehrens zu erhalten, das bis 13. Februar läuft. Personen ab 18 Jahren können sich im Rathaus ihres Wohnortes eintragen, der Personalausweis muss mitgebracht werden. 10 Prozent der bayerischen Bürger, also rund eine Million Stimmen werden benötigt, damit es Erfolg hat. Ist diese Zahl erreicht, müsse der bayerische Landtag über ein Gesetz abstimmen, erfuhr das Publikum.
 
Im Anschluss an die faszinierenden Filme sprach der Meringer Imker Werner Bader. Er berichtete, dass die Bienen immer weniger Blühpflanzen vorfänden und sie dadurch in ihrem Fortbestehen bedroht sind. Das Sterben von Bienen sei für einen Imker derselbe Verlust wie der einer Kuh bei einem Landwirt. Aber nicht nur bei den Bienen, auch bei den Tagfaltern und anderen Fluginsekten sind über 70 Prozent verschwunden. Da diese wiederum Nahrungsquelle für Vögel sind, gibt es in Bayern jetzt nur noch halb so viele wie vor 30 Jahren. Der Biologe Wolfhard von Thienen sprach von der nächsten Naturkatastrophe, die der Mensch anrichten könnte, wenn nichts unternommen würde. Zuletzt sprach die regionale Sprecherin des Volksbegehrens Constanze Tucher von Simmelsdorf die wichtigsten Punkte an, die mit der Initiative erreicht werden sollen: Blühende Randstreifen an Gewässern und Gräben, Ausbau der ökologischen Landwirtschaft auf mindestens 20 Prozent, pestizidfreie Bewirtschaftung staatlicher Flächen und Verbot in Biotopen und Schutzgebieten, Einbau des Themas Naturschutz in den Lehrplan der Schulen, Schutz von Wiesen und Weiden für Insekten und Vögel. Michael Dudella, der die fast zweistündige Veranstaltung als Sprecher des Meringer Bündnisses für Nachhaltigkeit moderierte, wies bereits auf das nächste Nachhaltigkeitsfest am 7. Juli von 12 bis 18 Uhr in Mering hin.