Ponke Urban

Ein Tröstebär für Kinder in Trauer

Aichach-Friedberg (ike) | Kinder trauern anders als Erwachsene und oft fehlt es ihnen an Ansprechpartnern in ihrem großen Leid. Hier setzt das St. Afra Hospiz mit seinem neuen Angebot an. Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst im Caritasverband Aichach-Friedberg hat eine Kindertrauergruppe ins Leben gerufen. „Endlich können wir das längst überfällige Hilfsangebot realisieren“, freut sich Christine Schwarz-Marinkovic.

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Christine Schwarz-Marinkovic (links) bietet zusammen mit ihrem fünfköpfigen Team an Trauerbegleiterinnen die neue Kindertrauergruppe „BärenStark“ an. Darüber freuen sich auch Trauerkoordinatorin Manuela Lang und Christine Neukäufer, Gesamtleiterin im St. Afra Hospiz (erste und zweite von rechts) Foto: ike

Christine Schwarz-Marinkovic (links) bietet zusammen mit ihrem fünfköpfigen Team an Trauerbegleiterinnen die neue Kindertrauergruppe „BärenStark“ an. Darüber freuen sich auch Trauerkoordinatorin Manuela Lang und Christine Neukäufer, Gesamtleiterin im St. Afra Hospiz (erste und zweite von rechts) Foto: ike

Unter dem Motto „BärenStark“ bieten ausgebildete Begleiter des St. Afra Hospizes trauernden Mädchen und Buben Unterstützung.
 
Die Koordinatorin der Friedberger Ortsgruppe im St. Afra Hospiz rief zusammen mit fünf weiteren Trauerbegleitern die neue Gruppe ins Leben. Unter dem Motto „BärenStark“ richten sie sich mit einem Zyklus von sechs Terminen vor und nach den Osterferien an Mädchen und Jungen zwischen sechs und elf Jahren, die eine andere wichtige Bezugsperson verloren haben. Als Kleingruppe trifft man sich im 14-tägigen Rhythmus an Freitag Nachmittagen, um im spielerischen Tun mit der eigenen Trauer umzugehen zu lernen. Die Kindertrauergruppe findet statt in den Friedberger Räumen des Caritas-Verbandes Aichach-Friedberg in der Hermann-Löns-Straße 6. „Wir sehen schon lange den Bedarf“, so bestätigt Christine Neukäufer. Als Leiterin des St. Afra Hospizes bekommt sie oft Rückmeldung, wenn ein Mensch am Ende seines Lebenswegs durch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) Linderung erfährt. Nach dem Tod eines Elternteils bleiben manchmal Kinder zurück, die oft genug nicht wissen wohin mit ihrer Trauer. Nicht selten ist der verbleibende Ehepartner so sehr mit seiner eigenen Trauer beschäftigt, dass er keine Kraft mehr hat, die Trauer des Kindes aufzufangen. „Eine nahe stehende Person zu verlieren, gehört zu den schwersten Einschnitten im Leben eines Menschen. Für Kinder kann dieser Verlust eine Lücke aufreißen, die sie aus eigener Kraft nicht schließen können“, weiß auch Manuela Lang. Sie ist die Trauerkoordinatorin im St. Afra-Hospiz, das mit Aichach, Friedberg und Mering drei Ortsgruppen unterhält. Jede Gruppe bietet bereits verschiedene Trauerangebote an, wie etwa das monatliche Trauercafé in Aichach und in Mering oder auch die im vergangenen Jahr in Friedberg gestarteten zweimonatlichen Trauertreffen unter dem Titel „Lichtblicke in der Trauer“. Ortsübergreifend wie diese ist auch das neue Angebot der Kindertrauergruppe. Hierbei handelt es sich um eine feste Gruppe von maximal acht Kindern, die sich ab 6. März insgesamt sechs Mal treffen wird. Dafür nahmen neben Christine Schwarz-Marinkovic fünf weitere Trauerbegleiterinnen an einer Schulung an der Trauerakadamie Landsberg teil. An zwei intensiven Wochenenden haben auch Claudia Dreyer, Christiane Lobinger, Resi Nawrath, Angelika Moll und Cornelia Königsberger die Zusatzqualifikation als spezielle Kindertrauerbegleiterinnen erworben. Was haben Kinder für eine Vorstellung vom Tod? Welche Möglichkeiten gibt es, sich im gemeinsamen Tun mit der Trauer auseinanderzusetzen? Dieses Wissen erwarben die Trauerbegleiter für ihr Klientel, trauernde Kinder im erweiterten Grundschulalter. In Gruppenstunden erleben diese, dass auch andere Kinder Trauer haben und sie lernen, ihren Schmerz zuzulassen und Möglichkeiten, ihn zu verarbeiten. Dabei dürfen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen. „Die Kinder sollen Schritt für Schritt auch wieder Freude in ihrem Leben erfahren“, erklärt Christine Schwarz-Marinkovic. Dank einiger Spenden stehen dafür Boxen mit vielerlei Materialien bereit, die eigens für die Arbeit mit trauernden Kindern angeschafft wurden. Ein Schwungtuch, Bälle, Bastelmaterialien, spezielle Kinderbücher und auch für jedes teilnehmende Kind ein Tröstebär. Diese Knuddelteddys wurden von der Kartei der Not zur Verfügung gestellt und gaben der Kindertrauergruppe auch ihren Namen „BärenStark“. „Wir wollen Kinder spielerisch, aber professionell in ihrer Trauer begleiten, aber wir sind keine Therapiegruppe“, erklärt Christine Schwarz-Marinkovic. Wichtig ist ihr deshalb, vor der Teilnahme an dem im Übrigen kostenlosen Gruppenangebot auch ein Vorgespräch mit dem trauernden Kind gemeinsam mit einer Bezugsperson zum gegenseitigen Kennenlernen.
 
Anmeldung: Wer Interesse hat, kann sich unter der Telefonnummer 0821/217024-16 näher informieren und für ein Vorgespräch anmelden. E-Mail: christine.schwarz-marinkovic@caritas-aichach-friedberg.de
 
Veranstaltungsort: Die Gruppentreffen finden statt in den Friedberger Räumen der Caritas in der Hermann-Löns-Straße 6, 2. Stock links.
 
Termine und Themen: 6. März – Kennenlernen und Einstieg, 20. März Gedanken und Gefühle, 3. April Musik, 24. April Stress, 8. Mai Erinnerungen, besondere Tage und Rituale, 22. Mai Ausstieg und Verabschiedung


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