Ponke Urban

Region gestalten geht nur miteinander

Aichach-Friedberg (rotp) | Wie jedes Jahr kamen über 500 Landfrauen und zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammen, um sich beim Wittelsbacher Landfrauentag miteinander auszutauschen und Impulse mit auf ihren Weg zu nehmen. Traditionell begrüßte der Landfrauenchor die Gäste in der Halle des TSV Friedberg.

Bilder

Beim Landfrauentag stellt Gastredner Wolfgang Öxler vom Kloster Sankt Ottilien die Heimat in den Mittelpunkt
 
Passend zum Motto „Die Region gestalten“ stand auf der Bühne ein gedeckter Tisch voller Produkte aus der Region. Die Vielfalt des Wittelsbacher Landes wollte die Kreisbäuerin Sabine Asum damit zum Ausdruck bringen. „All das können wir selber produzieren. Und das muss erhalten bleiben. Jeder entscheidet dies mit seinem Einkauf“, sagte sie bei ihrer Begrüßung. Trotz allem werden die Bedingungen für die Landwirtschaft immer schwieriger. „Unsere Region wird durch engagierte Menschen gestaltet, die sich hier zum Wohle anderer mit einbringen und nicht gegeneinander arbeiten“, betonte Asum.
 
Landrat Dr. Klaus Metzger hat als Verbindung zur Region einen Bilderrahmen mitgebracht. „Die Chancen und Herausforderungen muss man nutzen. Aber in einem attraktiven Rahmen“, so Metzger. „Unsere Aufgabe ist es, diesen Rahmen nun zu befüllen.“ Um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern, bot der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko an, die Verbindung zum Landtag in München zu schaffen: „Man muss im Dialog bleiben. Chancen können wir nur gemeinsam nutzen.“ Er brachte einen bunten Blumenstrauß mit, der die Wertschätzung und Vielfältigkeit der Region ausdrücken soll. Bürgermeister Roland Eichmann hatte einen Ziegelstein und Holzbalken des Schlossbauern aus Friedberg mit dabei. Mauern hielten die Stadt zusammen und das Holz stehe für die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Eine Stadt ohne Hinterland könne nicht funktionieren. Nur gemeinsam könne man stark sein. Bürgermeister Klaus Habermann aus Aichach hatte ein Bild vom Sissi-Schloss mit dabei und beschrieb es mit den Worten: „Heimat ist ein Gefühl und kein Ort!“. Bezirksbäuerin Christiane Ade hatte einen Kälberstrick mitgebracht. Er soll die Verbindung darstellen, die die Landfrauen zur Kirche, den Verbrauchern, den Schulen und den Kindergärten seit Jahren aufgebaut haben und weiter hegen und pflegen. Und der Kreisobmann Bauernverbands Reinhard Herb brachte einen Kräuterbusch mit, weil das für ihn zur Region passt. Er forderte: „Wir sind vielfältig und einzigartig und binden alle mit ein. Die Politiker sollen uns den passenden Rahmen dazu gestalten.“
 
Als Erzpater Wolfgang Öxler die Bühne betrat, waren alle gespannt auf seine Worte. Aber nicht nur das. Bevor er ins Kloster nach St. Ottilien ging, war er Musiker. Das hat er immer noch im Blut und er nahm seine Gitarre zur Hand und brachte so richtig Schwung in die Halle. Mit seinem Kinderlied „Miteinander wachsen dem Himmel entgegen, miteinander gehen auf Gottes Wegen, Du und ich, ich und Du“, standen alle auf und bewegten sich dazu. Über die Witze, die der Abt parat hatte, wurde viel gelacht. Heimat zeige sich für ihn in der Sprache, im Dialekt. Man höre sofort, woher jemand komme. Und Region gestalten habe eben viel mit Heimat zu tun. Und er betonte: „Heimat ist dort, wo ich blühen kann.“ Leider seien heute viele Menschen mit sich selbst nicht mehr im Einklang. Er verglich es mit einem Holzsteg, der erst klingt, wenn man ihn an der richtigen Stelle hält. Das Vertrauen und die Haltung müssen also stimmen. Aber auch loslassen müsse man können. Erst dann könne man sich auf andere einlassen. Und wenn man eine Region gestaltet, müsse man im richtigen Element sein. „Packen Sie es an, auch nur kleine Schritte zählen!“, motivierte er die Landfrauen. Und das Herz müsse sprechen. Dann spüre man, dass man selbst bei sich beheimatet ist. „Erst dann werden Sie den Mut haben, etwas zu gestalten“, so Öxler.
 
Seine Rede bewegte die Herzen der Bäuerinnen. Es wurde auch fleißig gespendet. So kamen 1600 Euro zusammen, die an Wolfgang Öxler übergeben wurden.


UNTERNEHMEN DER REGION