Marcel Eberhardinger

„König Konradin“ ist jetzt in Pension

Friedberg (gmp) | „Jetzt ist meine schöne Rede hinfällig“, sagte Landrat Dr. Klaus Metzger. Er hätte einen Lehrer verabschieden sollen, aber plötzlich saß ein König vor ihm.

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Der scheidende Realschuldirektor Anton Oberfrank als „König Konradin“ Foto: gmp

Der scheidende Realschuldirektor Anton Oberfrank als „König Konradin“ Foto: gmp

Wie das kam? Die Theatergruppe der Konradin-Realschule hatte unter der Leitung von Cornelia Kolb-Knauer und Anina Scheel zum Abschied ihres Realschuldirektors Anton Oberfrank ein eigenes Theaterstück entwickelt und bis zur Aufführung gebracht. „Vom Suchen und Finden“ hatten die 16 Schüler ihr Werk genannt. Sie fanden, was sie suchten und krönten unter tosendem Applaus einen völlig überraschten Schulleiter zum „König Konradin“.
 
Jetzt war er also König. Vorgesehen war das so nicht. Oberfrank wollte „nur“ in Pension gehen. Er ist zweifelsohne beliebt. Der Landrat hatte 150 Einladungen verschicken lassen und prompt 200 Zusagen bekommen. Zuerst die Turnhalle und später die Aula der Realschule waren gesteckt voll und die Darbietungen nahmen kein Ende und der Applaus noch weniger.
 
Metzger lobte das Multitalent. Oberfrank war bis zum Halbjahr Realschuldirektor, aber auch ein ambitionierter Künstler und Karikaturist. Fast alle Lokalpolitiker hat er schon mal drangenommen. Darüber hinaus nannte Metzger ihn einen „klassischen, humorbegabten Rhetoriker“. Legendär seien seine formidablen Fastenpredigten beim Starkbieranstich der Stadtkapelle Friedberg. Aber in erster Linie sei er „Lehrer und Schulleiter aus Passion“ gewesen, der nicht mit Härte, sondern mit Milde vorgegangen sei.
 
Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Schwaben, Bernhard Buchhorn, ließ die pädagogische Laufbahn Oberfranks Revue passieren. Angefangen hatte er Mitte der 80er Jahre in Miesbach und dann in Zwiesel. Nach Zwischenstationen am Bayerischen Kultusministerium kam er 1994 als Konrektor an die Konradin-Realschule in Friedberg und wurde 2004 deren Leiter. In den vergangenen 16 Jahren hat er vieles ins Leben gerufen und vorangebracht. Drei Grundsätze habe er gehabt, so Buchhorn: machen, machen lassen und zulassen.
 
Anton Oberfrank ist ein herber Verlust für die Konradin-Realschule. Darin waren sich alle Redner aus Erweiterter Schulleitung, Personalrat, Elternbeirat und Schülersprechern einig. Mit Reden, Theaterstück, Musik vom Schulorchester und Schulchor, sowie Lehrerband und Lehrerchor kam so eine mehrstündige Verabschiedung zustande. Oberfrank war eben wirklich beliebt.
 
Seine Nachfolge tritt Daniela Walter an.


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