Ponke Urban

Kindervilla und Rappelkiste

Mering (ike) | Betreuungsplätze für Kinder sind in Mering rar. Über hundert Plätze fehlen allein im Kita-Bereich so hieß es im vergangenen Herbst. Eine Alternative zu Kita oder Tagesmutter sind die sogenannten Großtagespflegen.

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In Mering gibt es bereits zwei Großtagespflegen für jeweils acht Kinder zwischen ein und drei Jahren.
 
Zwei ausgebildete Tagesmütter betreuen in angemieteten Räumen bis zu acht Kinder, so das Konzept. In der Marktgemeinde gibt es gleich zwei davon. Die Kleine Kinder Villa in der Bahnhofstraße 15 wurde bereits vor zehn Jahren in den Räumen des ehemaligen Asia-Restaurants von Silke Klose und Jana Kuhn gegründet und veranstaltet am 15. Februar ihren Jubiläums-Infotag.
 
Die zweite Großtagespflege mit dem Namen Rappelkiste wurde erst im Dezember vergangenen Jahres von Mandy Pohle und Stefanie Weiser in der Zettlerstraße 36 eröffnet. Die beiden Einrichtungen werden privat betrieben, kooperieren aber mit dem Jugendamt und haben beide Wartelisten. Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren können im geschützten Rahmen der Kleingruppe ihre ersten Erfahrungen im Miteinander mit anderen Kindern machen und werden so „reif“ für den Kindergarten. Vor gut drei Jahren wurden in den Räumen der Firma Ludwig im Erdgeschoss des Ballettzentrums „Tanzpunkt“ schon einmal Kinder betreut. Damals fanden eine ausgelagerte Krippengruppe und Kindergartenkinder der Kindertagesstätte Farbkleckse im Gebäude gegenüber dem Freibad Unterschlupf. Brandschutzgründe führten dann dazu, dass die Gruppen aufgelöst wurden und das Gebäude zwischenzeitlich leer stand. Nun wird auf den rund 400 Quadratmetern Fläche zusätzlich zu der neu eröffneten Rappelkiste bald auch der Bienenkorb einziehen, der sein Domizil im Baumannhaus beim Papst-Johannes-Haus räumen muss. „Was haben wir gekämpft, dass wir hier Quartier nehmen durften“, betonen die beiden Betreiberinnen der Rappelkiste. „Ohne die enorme Unterstützung der Gemeindeverwaltung hätten wir das nicht geschafft“, ist ihnen bewusst. „Das war ein Riesenakt, aber jetzt sind wir auf der Zielgeraden“, bestätigte auch Hans-Dieter Kandler. Das Brandschutzkonzept von Professor Karl habe letztendlich auch das Landratsamt überzeugt, erklärte Merings Bürgermeister. „Wir sind auch der Firma Ludwig dankbar, dass sie uns die Räume vermietet hat“. Zwischenzeitlich fühlen sich dort acht Kleinkinder bereits sehr wohl, und auch die Eltern sind froh, ihre Kinder täglich von morgens bis zum Spätnachmittag verlässlich unterbringen zu können. Eltern der jungen Gäste in der Kleinen Kinder Villa, großenteils München-Pendler, haben es durch die Bahnhofsnähe des Standorts besonders gut. Spiel- und Schlafräume, Bäder und Küche sind vorhanden, allein der Außenbereich ist zum Spielen sehr klein. Silke Klose und Jana Kuhn hätten gerne einen Garten, in dem die Kindergruppe bei schönem Wetter spielen und Brotzeit machen und auch den Lauf der Natur beobachten kann. „Vielleicht finden wir jemanden, der bereit wäre, mit uns seinen Garten zu teilen?“, so hoffen die beiden Tagesmütter. Das wäre das schönste Geburtstagsgeschenk zum zehnjährigen Jubiläum. Die Kindergruppen beider Großtagespflegen sind viel und gerne im Ort unterwegs und werden mit ihren 6-Sitzer-Krippenwägen im Ort auch immer wieder freudig wahrgenommen.


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